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Reicht der Hausstrom für eine Feier mit 100 Gästen?

Eine größere Feier im eigenen Garten, auf einem Hof oder einem privaten Grundstück wird häufig über die vorhandene Stromversorgung des Hauses geplant.
Schließlich gibt es Steckdosen, Licht funktioniert und vielleicht steht sogar ein Starkstromanschluss zur Verfügung.
Ob die vorhandene Stromversorgung für eine Veranstaltung tatsächlich ausreicht, lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.
Denn bei einer Feier greifen häufig mehrere Bereiche gleichzeitig auf dieselbe elektrische Infrastruktur zu: Veranstaltungstechnik, DJ, Beleuchtung, Catering, Kühlung und weitere Verbraucher.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Wie viele Steckdosen haben wir?“
Sondern:
„Welche Verbraucher sollen gleichzeitig betrieben werden – und über welche Stromkreise werden sie versorgt?“

Das Wichtigste in Kürze

 
  • Viele vorhandene Steckdosen bedeuten nicht automatisch, dass ausreichend elektrische Leistung zur Verfügung steht.
  • Mehrere Steckdosen können zum selben Stromkreis gehören.
  • Nicht nur Ton- und Lichttechnik benötigen Strom. Gerade Catering, Kühlung und weitere Verbraucher müssen mit betrachtet werden.
  • Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen schaffen keine zusätzliche elektrische Leistung.
  • Bei größeren oder unübersichtlichen Anforderungen sollte die vorhandene Versorgung fachlich geprüft und die Lasten sinnvoll geplant werden.
  • Arbeiten an der vorhandenen Elektroinstallation gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachkräfte.

Warum die Anzahl der Steckdosen wenig aussagt

 

Ein typisches Missverständnis bei privaten Veranstaltungen lautet:
„Wir haben draußen sechs Steckdosen – das müsste reichen.“
Das Problem dabei:
Mehrere Steckdosen können elektrisch demselben Stromkreis zugeordnet sein.
Dadurch entstehen zwar mehrere Anschlussmöglichkeiten, aber nicht automatisch mehrere voneinander unabhängige Leistungsreserven.
Auch eine Kabeltrommel oder eine Steckdosenleiste verändert daran nichts.
Sie verteilt lediglich einen vorhandenen Anschluss auf mehrere Verbraucher.
Deshalb ist bei größeren Veranstaltungen nicht nur entscheidend, wo eine Steckdose vorhanden ist, sondern auch, wie die dahinterliegende Stromversorgung aufgebaut ist.

Warum gerade Catering häufig entscheidend wird

 
Bei Veranstaltungstechnik denken viele zuerst an hohe elektrische Leistungen.
Moderne Ton- und Lichttechnik kann jedoch je nach eingesetztem Material vergleichsweise effizient arbeiten.
Ganz anders können einzelne Geräte aus dem Cateringbereich aussehen.
Bei einer größeren Feier können beispielsweise gleichzeitig betrieben werden:
  • Kühlschränke
  • Kühltruhen
  • Kaffeemaschinen
  • Warmhaltegeräte
  • Spültechnik
  • Koch- oder Heizgeräte
  • zusätzliche Küchengeräte
Dazu kommen:
  • DJ-Technik
  • Beschallung
  • Veranstaltungsbeleuchtung
  • Außenbeleuchtung
  • Displays oder Präsentationstechnik
  • weitere Geräte der beteiligten Dienstleister
Deshalb sollte die Stromplanung nicht ausschließlich aus Sicht der Veranstaltungstechnik erfolgen.
 
Beispiel: 100 Gäste auf einem privaten Grundstück
Angenommen, eine Feier findet mit rund 100 Gästen auf einem privaten Grundstück statt.
Geplant sind:
Im Garten
  • Beleuchtung
  • Hintergrundmusik
Im Zelt
  • Catering
  • Kühlung
  • Kaffeemaschine
  • Beleuchtung
Auf der Tanzfläche
  • DJ
  • Beschallungsanlage
  • Lichttechnik
Auf den ersten Blick wirken diese Bereiche unabhängig voneinander.
Wenn jedoch mehrere davon über dieselbe Gebäudeinstallation versorgt werden, greifen sie möglicherweise auf gemeinsame Stromkreise zurück.
Genau deshalb sollte die Versorgung als Gesamtsystem betrachtet werden und nicht erst dann, wenn beim Aufbau alle Geräte angeschlossen werden.

Was bedeutet ein normaler 230-Volt-Anschluss?

 

Bei normalen Steckdosen im Haushalt handelt es sich typischerweise um 230-Volt-Anschlüsse.
Entscheidend für die praktisch verfügbare Leistung ist jedoch unter anderem die Absicherung des jeweiligen Stromkreises.
Eine häufig anzutreffende Absicherung beträgt 16 Ampere. Rein rechnerisch entspricht das bei 230 Volt einer maximalen Leistung von rund 3.680 Watt.
Diese Zahl bedeutet allerdings nicht, dass man für die Veranstaltungsplanung einfach dauerhaft mit 3.680 Watt pro sichtbarer Steckdose rechnen sollte.
Denn unter anderem muss geklärt werden:
  • Welche Steckdosen gehören zum selben Stromkreis?
  • Welche weiteren Verbraucher hängen bereits daran?
  • Wie ist der Stromkreis abgesichert?
  • Welche Leitungslängen und Leitungsquerschnitte liegen vor?
  • Welche Schutzmaßnahmen sind vorhanden?
  • Welche Verbraucher treten gleichzeitig auf?
  • Welche Geräte haben hohe Einschaltströme oder wechselnde Lasten?
Die einfache Rechnung ersetzt deshalb keine fachliche Bewertung der vorhandenen Anlage.

Verlängerungskabel erzeugen keine zusätzliche Leistung

 
Ein weiteres häufiges Missverständnis:
„Dann legen wir einfach noch ein Verlängerungskabel vom Haus.“
Damit kann ein Verbraucher räumlich weiter entfernt angeschlossen werden.
Die verfügbare elektrische Leistung des zugrunde liegenden Stromkreises erhöht sich dadurch jedoch nicht.
Dasselbe gilt für Mehrfachsteckdosen.
Aus einer Steckdose werden dadurch zwar mehrere Anschlussmöglichkeiten, aber keine zusätzlichen voneinander unabhängigen Stromkreise.
Gerade bei größeren privaten Feiern sollte deshalb vermieden werden, die Stromversorgung ausschließlich anhand der Zahl verfügbarer Anschlussplätze zu beurteilen.

Warum mehrere unabhängige Verbrauchergruppen sinnvoll sein können

Bei umfangreicheren Veranstaltungen kann es sinnvoll sein, verschiedene Verbraucherbereiche voneinander zu trennen.
Beispielsweise:
Veranstaltungstechnik
Catering
Kühlung
Außenbeleuchtung
weitere technische Verbraucher
Der Hintergrund ist nicht nur die verfügbare Leistung.
Eine sinnvolle Aufteilung kann auch verhindern, dass eine Störung in einem Bereich unnötig andere Bereiche der Veranstaltung beeinflusst.
Welche Aufteilung technisch möglich und erforderlich ist, hängt allerdings immer von der vorhandenen Installation und dem konkreten Projekt ab.
 

So arbeiten wir bei betreuten Projekten

Bei größeren Veranstaltungen fragen wir relevante elektrische Verbraucher möglichst vor dem Aufbau ab.
Dafür verwenden wir abhängig vom Projekt eine eigene Strom- und Verbraucherabfrage.
Dabei werden nicht nur unsere technischen Geräte betrachtet, sondern beispielsweise auch bekannte Anforderungen von:
  • Catering
  • DJ oder Band
  • Kühlung
  • Beleuchtung
  • weiteren beteiligten Gewerken
Aus diesen Informationen lässt sich frühzeitig erkennen, wo zusätzlicher Klärungsbedarf besteht.
Die vollständige Strom- und Verbraucherabfrage veröffentlichen wir nicht als allgemeine Download-Checkliste. Sie ist Bestandteil unserer Projektplanung und steht unseren Kunden bei entsprechenden Projekten zur Verfügung.

Was ist mit CEE-Anschlüssen?

 
Auf manchen Grundstücken, in Werkstätten, landwirtschaftlichen Betrieben oder größeren Gebäuden sind zusätzlich CEE-Anschlüsse vorhanden.
Diese können deutlich mehr Leistung zur Verfügung stellen als ein einzelner üblicher Haushaltsstromkreis.
Aber auch hier gilt:
Ein vorhandener Anschluss allein beantwortet noch nicht die Frage, wie die Veranstaltung versorgt werden sollte.
Zu klären sind beispielsweise:
  • Anschlussgröße
  • Absicherung
  • vorhandene Schutzmaßnahmen
  • Position des Anschlusses
  • Entfernung zur Veranstaltungsfläche
  • benötigte Verteilung
  • angeschlossene Verbraucher
Je größer die erforderliche Stromverteilung wird, desto weniger handelt es sich um eine einfache Frage nach einem Verlängerungskabel und desto stärker wird daraus eine elektrotechnische Planungsaufgabe.

Strom im Außenbereich braucht besondere Aufmerksamkeit

 
Bei einer Gartenfeier befinden sich Anschlüsse, Verteiler, Leitungen und Verbraucher teilweise im Freien.
Damit kommen zusätzliche Einflüsse hinzu:
  • Regen
  • Feuchtigkeit
  • mechanische Beanspruchung
  • Wege von Gästen
  • Fahrzeuge
  • längere Leitungswege
  • wechselnde Aufstellorte
Elektrische Gefährdungen sind auch in der Veranstaltungstechnik ein relevantes Thema. Für bestimmte Anwendungen und Veranstaltungsbereiche sehen die einschlägigen Regeln zusätzliche Schutzmaßnahmen vor.
Deshalb sollte bei umfangreicheren temporären Installationen nicht improvisiert werden.

Wer darf die vorhandene Elektroinstallation verändern?

 

Eine wichtige Grenze:
Stecker einstecken und geeignete Veranstaltungstechnik bestimmungsgemäß benutzen ist etwas anderes als eine elektrische Anlage zu verändern oder neue elektrische Installationen zu errichten.
Arbeiten an der örtlichen elektrischen Anlage gehören entsprechend qualifizierten Personen.
Wenn während der Planung festgestellt wird, dass die vorhandene Versorgung nicht ausreicht, bedeutet die Lösung deshalb nicht:
„Wir bauen selbst noch schnell etwas um.“
Dann muss geklärt werden, welche fachgerechte Lösung für den jeweiligen Veranstaltungsort sinnvoll ist.

Wann kann ein Stromerzeuger sinnvoll werden?

 
Nicht auf jedem Veranstaltungsort steht die benötigte elektrische Infrastruktur zur Verfügung.
Das kann beispielsweise der Fall sein bei:
  • Veranstaltungen auf Wiesen
  • weit entfernten Gartenbereichen
  • Höfen ohne geeignete Anschlüsse
  • temporären Veranstaltungsflächen
Dann kann eine zusätzliche Stromversorgung erforderlich werden.
Ob dafür ein Stromerzeuger sinnvoll ist, hängt von der benötigten Leistung, den eingesetzten Geräten, dem Standort und der geplanten Verteilung ab.
Auch hierbei geht es nicht nur um die Nennleistung eines Generators.
Die gesamte elektrische Anlage einschließlich Verteilung und Schutzmaßnahmen muss zusammenpassen.

Typische Fehler bei der Stromplanung

 

Nur Steckdosen zählen

Mehr Steckdosen bedeuten nicht automatisch mehr unabhängige Leistung.
Entscheidend ist die dahinterliegende elektrische Installation.
 

Catering erst am Veranstaltungstag berücksichtigen

Gerade leistungsintensive Küchengeräte können die ursprüngliche Stromplanung erheblich verändern.

 

Mehrfachsteckdosen als Lösung betrachten

Eine Mehrfachsteckdose schafft zusätzliche Anschlüsse, aber keine zusätzliche Leistung.
 

DJ und Technik unabhängig voneinander planen

Auch der DJ nutzt elektrische Infrastruktur.
Sind verschiedene Technikdienstleister beteiligt, sollten deren Anforderungen frühzeitig zusammengeführt werden.
 

Außenbereiche wie Innenräume behandeln

Bei einer Outdoor-Veranstaltung kommen zusätzliche Einflüsse wie Feuchtigkeit und mechanische Beanspruchung hinzu.

 

Erst beim Aufbau prüfen, was funktioniert

Wenn erst während des Aufbaus auffällt, dass Stromkreise fehlen oder Verbraucher nicht sinnvoll verteilt werden können, sind die Möglichkeiten deutlich eingeschränkter.

Was sollten Sie Ihrem Veranstaltungstechniker vorab mitteilen?

 

Für eine erste Einschätzung sind unter anderem folgende Informationen hilfreich:
  • Veranstaltungsort
  • Gästezahl
  • Innen- und Außenbereiche
  • vorhandene Stromanschlüsse
  • bekannte CEE-Anschlüsse
  • DJ oder Band
  • Catering
  • vorhandene Kühl- und Küchengeräte
  • zusätzliche Beleuchtung
  • geplante technische Ausstattung
Bei umfangreicheren Veranstaltungen folgen daraus gegebenenfalls weitere technische Rückfragen.
Die endgültige Beurteilung einer vorhandenen elektrischen Anlage kann dadurch jedoch nicht ersetzt werden.

Selbst abholen oder Stromversorgung mitplanen lassen?

 
Wer lediglich eine kleine Beschallungsanlage oder einige Leuchten für eine überschaubare Feier benötigt und eine geeignete vorhandene Stromversorgung nutzt, kann Veranstaltungstechnik häufig problemlos selbst abholen
→ Veranstaltungstechnik im Mietkatalog anfragen
Anders sieht es aus, wenn:
  • zahlreiche Verbraucher gleichzeitig genutzt werden
  • Catering und Veranstaltungstechnik zusammenkommen
  • verschiedene Gebäude- oder Außenbereiche versorgt werden
  • größere Stromverteilungen benötigt werden
  • CEE-Anschlüsse eingebunden werden
  • zusätzliche Stromversorgung erforderlich ist
  • die vorhandene Infrastruktur unklar ist
Dann sollte die Stromversorgung Teil der gesamten Veranstaltungsplanung werden.
→ Private Veranstaltung gemeinsam mit uns planen

 

 

Unser Ansatz: Verbraucher zuerst erfassen

 

Bei einer professionellen Stromplanung beginnen wir nicht mit der Frage:
„Wie viele Verteiler brauchen wir?“
Sondern zunächst mit:
„Welche Verbraucher müssen wann und wo versorgt werden?“
Erst daraus lässt sich ableiten, welche Anschlüsse und Verteilungen erforderlich sind und ob die vorhandene Infrastruktur zur geplanten Veranstaltung passt.
Deshalb nutzen wir bei entsprechenden Projekten unsere eigene Strom- und Verbraucherabfrage.
Sie ist eines der Planungswerkzeuge, das unseren Kunden im Rahmen einer betreuten Veranstaltung zur Verfügung steht.

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Sie planen eine größere private Veranstaltung?

 
Wenn Stromversorgung, Veranstaltungstechnik, Catering und verschiedene Veranstaltungsbereiche zusammenkommen, können wir die technischen Anforderungen bereits vor dem Aufbau gemeinsam betrachten.

→ Projekt unverbindlich besprechen

Sie benötigen lediglich einzelne Veranstaltungstechnik zur Selbstabholung?

→ Zum Mietkatalog